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Samstag, 16. Juli 2016

Heidelbeer-Pflaumen-Pie





Es ist offiziell: Der Sommer ist endgültig da. Heute sollen es hier in Mannheim 28 Grad werden und der Lieblingsmann und ich wollen an der wunderschönen "Blauen Adria" schwimmen gehen, was ja schon fast wie ein waschechter Urlaub klingt. Wir schnappen uns die Decke, Handtücher, pusten den Schwimmdonut auf, werfen (quetschen) uns in unsere Badeklamotten, eine Tüte voll mit Kirschen, Wassermelone, Eistee und den Heidelbeer-Pflaumen-Pie wird unter den Arm geklemmt und dann schwingen wir uns ins Auto. Mit der Fähre geht es für ein paar Cent von Mannheim rüber nach Altrip, wo es ein paar ruhige und von viel Grün umwucherte Seen gibt, die sogenannte Blaue Adria. Allein die Fahrt mit der Fähre gibt einem das Gefühl dem Alltag zu entfliehen und ganz weit fort von der Stadt zu sein. Wenn ihr aus Mannheim oder Umgebung seid lege ich euch das Seengebiet wärmstens ans Herz.



Genauso empfehlen kann ich euch diesen saftigsüßen Heidelbeer-Pflaumen-Pie, den ich vor kurzem hier entdeckt habe und bei dem ich sofort wusste, dass der ganz oben auf meiner Backliste landen muss. Dort sollte er sich bei euch auch befinden, er ist nämlich eine echte Wucht. Gerade jetzt am Wochenende eignet er sich perfekt zum Nachmittagskaffee oder einfach so oder ihr nehmt ihn wie wir mit zum See. Er ist nämlich nicht nur schnell vorbereitet und gebacken, er ist auch wahnsinnig hübsch anzusehen und geschmacklich ein Volltreffer. Die säuerlichen Pflaumen, die süßen Heidelbeeren und der buttrig-knusprige Boden zergehen buchstäblich auf der Zunge. Ach, wie hat mir das Backen gefehlt.



Heidelbeer-Pflaumen-Pie

Zutaten
Für den Mürbeteig
300 g Mehl
3 EL brauner Zucker
Prise Salz
225 g kalte Butter
ca. 8 EL kaltes Wasser

Für die Füllung
680 g Pflaumen
170 g Heidelbeeren
225 g Zucker
30 g Mehl
2 EL Speisestärke
1 TL Vanilleextrakt
1 TL Zimt
1 Prise Salz

+ 1 Ei, etwas Wasser und etwas Zucker

Zubereitung
• Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen.
• Die Butter in kleine Stücke schneiden und zügig in das Mehl einarbeiten, sodass etwas erbsengroße Stücke übrig bleiben.
• Nun das Wasser (erstmal mit weniger anfangen) hinzugeben und ebenfalls zügig einkneten.
• In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.
• Für die Füllung die Früchte waschen und die Pflaumen halbieren, entkernen und dann vierteln.
• Mit ca. 50 g des Zuckers mischen, in einen Sieb geben und für eine halbe Stunde stehen lassen.
• Mehl mit dem restlichen Zucker, der Speisestärke, dem Zimt und dem Salz mischen. Nach der halben Stunde die Früchte in eine Schüssel umfüllen und mit der Mehlmischung sowie dem Vanilleextrakt vermischen.
• Den Ofen auf 200 °C vorheizen.
• Den Mürbeteig in zwei gleiche Hälften teilen, eine der beiden zurück in den Kühlschrank geben, die andere auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen - die Pieform (ca. 22 cm) damit auskleiden.
• Nun die andere Hälfte des Mürbeteigs ebenfalls zu einem Kreis auswellen und dann mit dem Pizzaroller oder ähnlichem in Streifen schneiden.
• Die Füllung in die Pieform geben und anschließend mit den Teigstreifen belegen. Ich verlinke euch hier das Video, das ich als Anleitung benutzt habe.
• Das Ei mit dem Wasser aufschlagen und den Pie damit bestreichen. Etwas Zucker darüber streuen.
• Zunächst 10 Minuten bei 200 °C backen, dann bei 180°C für weitere 40 Minuten.
• Vor dem Verzehr komplett abkühlen lassen!

Und ihr? Habt ihr euch schon mal an so einem "Lattice Top" versucht? Für mich war es der erste Versuch und auch wenn ich etwas nervös war hat es problemlos geklappt und ich war am Ende ganz verliebt. Wahrscheinlich wird sich jetzt kein Pie mehr vor solch einem Deckel retten können und am Ende sieht sich sogar unsere nächste Pizza auch einem Lattice Top gegenüber. Schmecken tut sie bestimmt trotzdem. 


Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbacken und noch viel mehr beim Genießen! Habt ein tolles Wochenende und genießt die Sonne.Eure Selina 

Samstag, 12. März 2016

Mohn-Zitronen Donuts mit Heidelbeeren


Ich liebe Mädelsabende. Und das Gute ist, dass es die bei uns jeden Donnerstag gibt - ein Abend, den ich mir immer frei halte. Denn dann heißt es: leckeres Essen, wilde Gespräche, laute Lachsalven und nebenher läuft GNTM. Das interessiert uns meistens jedoch nur am Rande, so wie auch diesen Donnerstag. Vor lauter Geschnatter sah es eher so aus als hätte Heidi ihre Stimme verloren und wir müssten uns im Lippenlesen versuchen. Auch kein großer Verlust. 
Das Gute an meinen Freundinnen (selbstverständlich neben vielen, vielen anderen Vorzügen) ist, dass ich sie guten Gewissens als Food Friends bezeichnen kann. Auf der Liste der Gesprächsthemen steht ganz oben: Essen. Wo gehen wir nächste Woche essen? Was kochen wir nächsten Donnerstag? Welchen Kuchen habe ich vor kurzem in welchem Restaurant gegessen? In welches Café müssen wir demnächst unbedingt? 
Und was soll ich sagen? Ich liebe das!

Denn wenn ich über etwas immer und immer und immer reden kann, dann ist es Essen! Und Kuchen. Und Muffins. Und natürlich Donuts.

Genau die habe ich letzten Donnerstag zu einem solchen Mädelsabend mitgebracht. Das Problem: Zwei meiner Freundinnen fasten Süßigkeiten. Das wäre mein Untergang, ich glaube ernsthaft das könnte ich nicht mal drei Tage durchhalten. Also versuche ich es erst gar nicht und erfreue mich lieber an der süßen Seite des Lebens und genieße das. So wie es eben sein muss. Und aus diesem Grund habe ich jetzt das Rezept für diese köstlichen Mohn-Zitronen-Donuts mit Heidelbeeren und Buttermilch für euch. Wenn schon, denn schon! :)


Zutaten
für ca. 16 Donuts

300 g Mehl
225 g Zucker
2 EL Mohn
1 TL Natron
1 Prise Salz
240 ml Buttermilch
2 Eier
60 ml geschmolzene Butter
Abrieb und Saft von 1 Zitrone
1 TL Vanilleextrakt
100 g Heidelbeeren

Zubereitung
• Eine Donutform fetten. Den Ofen auf 175°C vorheizen.
• Mehl, Zucker, Mohn, Natron und Salz in eine Schüssel sieben. Beiseite stellen.
• Buttermilch, Eier, geschmolzene Butter, Saft und Abrieb der Zitrone sowie Vanilleextrakt in einer zweiten Schüssel verquirlen.
• Die feuchten zu den trockenen Zutaten geben und nur so lange rühren, dass gerade alles vermischt ist.
• Den Teig halbhoch in die Donutform füllen, darauf die Heidelbeeren verteilen. Restlichen Teig darauf geben - da die Donuts nicht so sehr aufgehen könnt ihr sie ruhig bis fast ganz oben hin füllen.
• Die Donuts für ca. 13 Minuten backen, kurz in der Form, dann auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
• Wenn sie gut abgekühlt sind könnt ihr sie mit einem Guss aus Zitronensaft und Puderzucker glasieren. 

Da die Donuts ja gebacken werden, sind sie nicht so fettig wie echte Donuts und haben eher eine "kuchige" Konsistenz, was ich aber wunderbar finde. Sie sind richtig fluffig und saftig und das leicht säuerliche der Zitrone und Buttermilch geben ihnen einen frischen Geschmack. Dazwischen dann der knusprige Mohn und die plötzliche Süße der Blaubeeren - einfach ein Träumchen.
Wie wär's denn, wenn ihr diese Donuts für euren nächsten Mädelsabend macht? Oder einfach für den nächsten Nachmittagskaffee? Denn die schmecken nicht nur jedem, der sie probiert, sie sind auch richtig schnell zusammengerührt und gebacken. 
Und jetzt interessiert mich noch: Wie sehen eure Mädelsabende aus? Legt ihr auch so viel Wert auf's essen oder doch eher auf romantische Filmchen? Ist bei uns auch schon mehrfach vorgekommen. Ich sage nur: Zwei an einem Tag. Hach so schön. Dazu dann aber natürlich Gemüse-Crostata, unser nächstes Vorhaben!


Jetzt wünsche ich euch ein schönes Wochenende mit hoffentlich viel Sonnenschein und einer tollen Zeit mit euren Liebsten!
Eure Selina 

Montag, 1. Juni 2015

Pudding-Streusel mit Blaubeeren


Herrjeh, kaum zu glauben: Der Juni ist da. Ehe man sich's versieht ist nicht nur fast Sommer, die Klausurenphase steht auch auf dem Plan. Zum Glück habe ich dieses Semester keine Klausur zu schreiben, trotzdem nehmen mich die Protokolle und Hausarbeiten und mündlichen Prüfungen ziemlich in Anspruch. Diesmal schwirren mir zwar keine mittelalterlichen Einhörner im Kopf umher, dafür imaginierte Weiblichkeit, Frauenbilder in Zwischenkriegszeit, Otto Weininger und Simone de Beauvoir. Mindestens genau so spannend sag' ich euch (ne, echt jetzt!). Wenn man dann nebenher (weil man sich vor der Bib drückt) Blaubeer-Pudding-Streusel schnabulieren kann... wer würde sich da beschweren? Also ich nicht. 


Pudding-Streusel mit Blaubeeren
nach einem Rezept von Schokokuss & Zuckerperle

Zutaten 
für ein 20x20 Blech
100 g Zucker
200 g Butter
300 g Mehl
1 Prise Salz
500 ml Milch
1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
200 g Blaubeeren (oder Himbeeren oder Erdbeeren oder...)

Zubereitung
• Die weiche Butter mit dem Zucker, dem Mehl und dem Salz zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
• Die Hälfte des Teigs in eine leicht gefettete Form drücken. Den Rest einwickeln und kalt stellen.
• Im auf 180°C vorgeheizten Ofen für 20-22 Minuten backen.
• Währenddessen den Vanille-Pudding nach der Packungsanweisung kochen. Beiseite stellen.
• Sobald der Boden fertig gebacken ist, wird der Pudding darauf gegossen (ich habe nicht den ganzen Pudding gebraucht).
• Nun die gewaschenen und geputzten Blaubeeren gleichmäßig darauf verteilen.
• Zuletzt den restlichen Teig mit den Fingern zu Streuseln zerbröseln und auf den Blaubeeren verteilen.
• Erneut in den Ofen schieben und so lange backen, bis die Streusel goldbraun und knusprig(er) sind und die Blaubeeren vor sich hin blubbern.
• Gut abkühlen lassen und mit Puderzucker dekorieren.
• Genießen! 


Ich bin total begeistert von dem Geschmack der Pudding-Streusel und dem Zusammenspiel von Vanille, knusprigen Streuseln und saftigen Blaubeeren. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass Himbeeren noch einen Ticken besser passen: Die sind so schön säuerlich und bilden so eine perfekte Balance zu dem süßen Teig. Probiert's doch mal aus und lasst es mich wissen! :)
Das war's schon wieder von mir und ich verabschiede mich mit einem meiner aktuellen Lieblingslieder (und nach José Gonzales' Auftritt auf dem Maifeld Derby sowieso): Walking Lightly von Junip.

Eure Selina 

PS: Ich habe die Pudding-Streusel mit veganer Butter und Soja-Milch gemacht - dann sind sie sogar vegan! :)

Freitag, 13. Februar 2015

Herzige Blaubeertarte


Der Tag, an dem das eintritt, das ich schon immer gefürchtet habe ist doch tatsächlich ein Freitag, der 13. 
Abergläubisch bin ich zwar schon ein bisschen aber gegen besagten Tag hatte ich noch nie etwas. Nur weil dem Datum eine negative Bedeutung angehängt wurde, ist er ja wohl kein Unglückstag. Dachte ich bisher. Aber das wird sich ab heute vielleicht ändern.
Neben meiner dezenten Abergläubigkeit (die sich aber zum Glück in Grenzen hält) habe ich noch eine Phobie: Fahrstühle.
Im Haus eines Freundes gibt es einen nicht sehr vertrauenserweckenden Fahrstuhl, von dem bekannt ist, dass er öfter mal dazu neigt, stecken zu bleiben. Ich laufe. Jedes Mal. In den vierten Stock - während die anderen es sich im Fahrstuhl gemütlich machen.
Aber nicht dort spielte ich das Unsägliche ab, sondern bei mir. 
Der 1&1 Techniker beehrte mich heute Morgen endlich mit seinem Besuch und installierte das WLAN, dann fuhren wir gemeinsam in den Keller. Dort fuchtelte er mit irgendwelchen brummenden und summenden Geräten herum. Dann sollte es wieder nach oben gehen. Wir stiegen in den Fahrstuhl. Der kam mir schon etwas komisch vor, weil er irgendwie nicht ganz auf der Höhe des Kellerbodens war, sondern ein bisschen tiefer - aber ich versuchte diese Tatsache geflissentlich zu ignorieren. Ich drückte auf den Knopf, die Türen schlossen sich. Nichts passierte.





Und da standen wir, erstmal sprachlos. Der Mann drückte voller Panik genau wie in Filmen auf all die Etagen-Knöpfe. Eins, zwei, drei, vier... Und das mehrmals. Brachte natürlich genau wie im Film nichts. Ich sah uns schon auf dem Boden des Fahrstuhls sitzen und schweigend auf die Retter warten. Doch auf dem Boden hätten wir vermutlich nicht mal beide Platz gefunden, so winzig ist der Fahrstuhl.
Kühn fragte ich schließlich: "Können Sie nicht die Tür aufstemmen?" aber er versuchte es nicht mal. Also wollte ich mich gerade selbst an ihr zu schaffen machen, als der Techniker offensichtlich einer Eingebung folgend auf den "Tür-Öffnen"-Knopf drückte. Und die Tür sich öffnete. Das Ganze dauerte vielleicht ganze fünf Minuten aber mir erschien es wie eine Ewigkeit.
Ich stürmte sofort heraus und schwor mir, nie wieder meinem Gefühl zu misstrauen und das nächste Mal, wenn mir ein Fahrstuhl suspekt vorkommt, wieder die Treppe zu nehmen.
In meiner Wohnung angekommen musste ich mich erstmal beruhigen und mir klar machen, dass ich ganz knapp einer Katastrophe entkommen war. Denn ich hatte den restlichen Blaubeerkuchen im Ofen, um ihn dann warm zum Frühstück genießen zu können. Wer rechnet denn damit, dass ein Fahrstuhl sich ausgerechnet diesen Moment aussucht, um einem Freitag dem 13. alle Ehre zu machen?


Zutaten
Mürbeteig
250 g Mehl
Prise Salz
20 g Puderzucker
125 g kalte Butter
80 ml kaltes Wasser

Füllung
300 g gefrorene oder frische Blaubeeren
35 g Speisestärke
100 g Zucker
Abrieb und Saft von 1 Zitrone


Zubereitung
Mürbeteig
• Das Mehl mit dem Salz und dem Puderzucker vermischen. Die Butter in Stücke schneiden und hinzugeben.
• Mit den Händen die Butter in das Mehl einarbeiten, bis kleine Krümel entstehen, die gleichmäßig im Mehl verteilt sind.
• Nun das kalte Wasser hinzugeben und ebenfalls einkneten.
• In Plastikfolie wickeln und für mindestens 1 Stunde kalt stellen.
• Dann eine eckige Tarteform damit auskleiden und den übrigen Teig zurück in den Kühlschrank geben.
• Mit Backpapier auslegen, mit Erbsen oder Bohnen beschweren.
• Bei 175°C für 10-15 Minuten backen bzw. bis der Boden fast vollständig gebacken ist. Bohnen und Backpapier entfernen. Etwas abkühlen lassen.

Füllung
• Blaubeeren gegebenenfalls auftauen und abtropfen lassen.
• Mit Zitronensaft, Abrieb und Zucker vermischen.
• Dann die Speisestärke hinzugeben.
• Die Füllung auf den Boden geben.
• Den restlichen Teig ausrollen und kleine Herzen ausstechen. Diese auf der Blaubeerfüllung verteilen.
• Für weitere 40 Minuten bei 175° backen oder bis die Herzchen goldbraun sind.
• Wer mag kann die Tarte nun noch mit Puderzucker bestäuben und dann genießen. 


Der Mürbeteig den ihr hier im Rezept seht, ist wirklich der Beste! Ich mache inzwischen nur noch ihn und bin jedes Mal begeistert, wie gut er schmeckt und wie perfekt seine Konsistenz ist. Füllen könnt ihr ihn natürlich mit allem Möglichen, zufällig hatten sich meine Freundinnen aber einen Blaubeerkuchen gewünscht. Die Herzchen habe ich schon vielerorts gesehen und fand den Anblick so hübsch, dass ich mich - passend zum Valentinstag natürlich - davon habe inspirieren lassen. Ich finde das macht die Tarte auch wirklich zu etwas Besonderem. :)

Euch allen ein schönes Wochenende!
Eure Selina 

Donnerstag, 26. Juni 2014

Beerige Mini-Windbeutel


Schon wieder pink. Und schon wieder Beeren. Aber so ist das halt wenn Sommer ist und ich mich am liebsten ausschließlich von Früchten ernähren würde. Hach, ich will dass die Erdbeersaison niiie vorbei ist!
Immerhin sind es diesmal keine Himbeeren, wie in den letzten beiden Posts. Nö, diesmal geht es um Brom- und Blaubeeren. Ernsthaft, könnt ihr euch entscheiden, ob ihr Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder Blaubeeren vorziehen würdet? Also ich nicht!
Meistens möchte ich genau das, was nicht da ist. Als ich gestern Mittag also in den Edeka fuhr und dort KEINE Brombeeren zu sehen waren, hatte ich plötzlich das unstillbare Verlangen nach Brombeeren. Ich will Brombeeren! B-r-o-m-b-e-e-r-e-n!
Aber wie wir alle wissen: so ist es halt im Leben - man sehnt sich einfach am meisten danach, was gerade am weitesten entfernt ist.
Und zum Glück gibt es für das einfachen Verlangen nach Brombeeren noch die Tiefkühltheke.

Übrigens muss ich euch uuuunbedingt meine absolute Lieblings-Youtuberin vorstellen. Kennt ihr Raiza Costa? Sie backt auf Youtube auf ihrem Kanal Dulce Delight. Ich liebe ihre Videos, die sind immer so farbenfroh, fröhlich und einfach genial! Von ihr habe ich auch die Idee für diese Mini-Windbeutel, wobei sie bei ihr den schnieken Namen "Mini Rose Pâte Choux" haben.. da klingt Windbeutel doch echt langweilig und irgendwie nach Oma.
Als ich nämlich meiner besten Freundin eröffnete, dass ich kleine Windbeutel backen würde, meinte sie, sie verbindet damit Ommas. Und irgendwie hab ich mich auch wie eine gefühlt, zumindest körperlich, nachdem ich ein paar Sekunden (!) lang den Teig mit der Hand gerührt habe und mein Arm fast abgefallen ist. Die Muskeln in meinen Armen sind nämlich non existent.
Rosen sind in meinen Windbeuteln allerdings nicht (das wäre ja irgendwie Oma-Overkill gewesen), dafür aber eine köööstliche Blaubeer-Creme und dem Guss obendrauf haben pürierte (ehemals tiefgefrorenen) Brombeeren diese pinke Farbe verliehen.
Ach halt, ein paar Rosen gibt es ja doch zu sehen! Aber die sind halt auch einfach schön, oder? :)




Zutaten:
für ca. 40 Mini-Windbeutel

110 g kalte Butter
250 g Wasser
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
140 g Mehl
4 große Eier

Blaubeer Crème légère
440 ml Sahne
120 g Milch
120 g Zucker
200 g Blaubeeren (gefroren oder frisch)
4 Eigelb
40 g Speisestärke

Brombeeren
Puderzucker

Zubereitung:
• Den Ofen auf 200 °C vorheizen.
• Die in Stückchen geschnittene Butter zusammen mit dem Wasser, dem Zucker und dem Salz in einen Topf geben und bei Mittlerer Hitze (!) erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist.
• Den Topf vom Herd nehmen, dann das Mehl hinzugeben und mit einem Holzlöffel kräftig vermischen!
• Zurück auf den Herd stellen und für weitere 1-2 Minuten rühren, bis der Teig ein wenig trockener geworden ist.
• In eine Küchenmaschine geben und weiter rühren, bis der Teig etwas abgekühlt ist und kein Dampf mehr aufsteigt.
• Nun einzeln die Eier unter Rühren hinzugeben, bis der Teig geschmeidig ist (Bild)
• Dann auf zwei mit Backpapier belegte Backbleche aufspritzen (ca. 3 cm groß, siehe Bild).
• Ganz unten und ganz oben für 30 Minuten backen.
• Dann die Tür des Ofens nur leicht öffnen und für ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Erst dann entnehmen.



Blaubeer Crème légère
• Die Blaubeeren pürieren und sieben.
• 240 ml Sahne mit der Milch, 60 g Zucker und dem Blaubeerpüree in einem Topf erhitzen und zum köcheln bringen.
• Währenddessen die Eigelbe mit den restlichen 60 g Zucker mit dem Schneebesen zu einer hellgelben Creme verrühren. Die Speisestärke unterrühren.
• Ein wenig der Blaubeercreme zur Eigelb-Creme rühren, um es zu temperieren. Dann die Eigelb-Creme in den Topf geben.
• Unter rühren für weitere 3 Minuten köcheln lassen.
• Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
• Sobald es kalt ist, die restlichen 200 ml Sahne steif schlagen und unter die Blaubeercreme heben.

• In den Boden der abgekühlten Windbeutel-Hüllen kleine Löcher bohren (ich habe dazu eine Spritztülle mit großem Loch benutzt).
• Diese mit der Blaubeercreme füllen (ich habe dafür einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle verwendet).
• Für den Zuckerguss ein paar Brombeeren pürieren, sieben und mit Puderzucker vermischen. Die Windbeutel hinein tunken und trocknen lassen.
• Bis zum Verzehr kühl stellen! Dann genießen. 



Alles, was mein Vater sagen konnte war: mhhhhhh! Und meine Mutter, die sich auf ihrer hundertsten Diät befindet und sich ständig beschwert, wenn ich backe, hat sich in mehreren unbeobachteten Momenten ständig eins von den kleinen Windbeutelchen in den Mund gesteckt (ich habs natürlich trotzdem gemerkt). Die sind aber auch wirklich gemein lecker und auch wegen ihrer Größe so unauffällig und verführerisch.
Wer mag kann natürlich alle möglichen Beeren für die Füllung verwenden oder statt der Crème légère einfach ein bisschen Sahne schlagen und das Fruchtpüree unterheben. Wer es ein bisschen kalorienärmer mag, nimmt einfach Quark. :)



An dieser Stelle will ich noch die Gewinnerinnen der Verlosung bekannt geben, die bereits E-Mails von mir erhalten haben:
Isabelle von Übersee-Mädchen
und
Conny K.
Herzlichen Glückwunsch! :) ♥



Fühlt euch allesamt herzlich umarmt und habt ein tolles Wochenende!
Eure Selina 

Sonntag, 25. Mai 2014

Prickelndes Blaubeer-Champagner Sorbet


Es ist amtlich - ich ziehe um! Grenzenlose Freude!

Ich meine, ich liebe meine Wohnung. Ehrlich. Immerhin ist sie ein Altbau, hat eine große Küche und hohe, große Fenster. Und ich hatte echt eine gute Zeit hier.
Aber sie ist im Erdgeschoss (und dass folglich kaum Sonne herein kommt brauche ich euch vermutlich nicht zu erzählen). Sie hat (als einzige im Haus) keinen Balkon und das Bad hat auch schon (viel) bessere Zeiten gesehen. Wenn meine Nachbarn nach Hause kommen höre ich, wie sie in ihren Briefkästen wühlen als ständen sie direkt in meinem Zimmer und manchmal schallt das Plätschern der Toilettenspülung meiner Nachbarn durch meine Wohnung. Das ist dann ganz besonders idyllisch. Der Boiler im Bad muss ungelogen 10 Minuten laufen, bevor lauwarmes Wasser kommt und ich habe, sobald es draußen wärmer wird, stets reizenden Besuch von Tierchen die eine Kreuzung aus Tausendfüßler und was-weiß-ich-was sind. Der Abfluss in der Küche mieft und die italienischen Nachbarn im Haus nebenan scheinen es zu lieben sich direkt vor meinem Schlafzimmerfenster eine halbe Stunde lang lautstark zu streiten.
Nicht zu vergessen die Elefantenkuh, die über mir wohnt, und über die ich in diesem Post ausführlich berichtet (bzw. mich aufgeregt) habe.
Das klingt jetzt alles ganz furchtbar aber nichts desto trotz bin ich auch ein bisschen traurig. Genau vor einem Jahr, im Mai 2013, habe ich meine Wohnung bezogen, meine erste Wohnung - und damit hat irgendwie ein neues Leben begonnen. Jetzt wieder auszuziehen erfüllt mich mit Nostalgie und ich ertappe mich wie ich das Waschbecken in der Küche, das ich trotz vehementem Schrubben nie ganz sauber bekomme, und den weißhaarigen Mann, der in der Wohnung gegenüber ein Modellbau-Atelier betreibt, liebevoll betrachte.
In jedem Neubeginn schwingt ein Abschied mit - und egal wie sehr man sich auf das Neue freut, man muss sich zuerst ein Mal vom Alten lösen. 

Darauf stoße ich an - mit diesem köstlichen Blaubeer-Champagner Sorbet! 


Blaubeer-Champagner Sorbet

Zutaten:
360 ml Wasser
170 g (brauner) Zucker
1 Packung gefrorene Blaubeeren (aufgetaut!)
2 TL Zitronensaft
360 ml Champagner (bzw. Sekt)

Zubereitung:
• Das Wasser mit dem Zucker in einem Topf erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.
• Die Blaubeeren zusammen mit dem Zuckerwasser und dem Zitronensaft in einen Mixer geben und fein pürieren.
• Mit Champagner/Sekt auffüllen.
• In einen Behälter füllen (z.B. eine Plastikdose oder eine Kuchenform) und über Nacht einfrieren.
• Vorm Verzehr ganz leicht antauen lassen und genießen. 

Die Zubereitung geht wirklich ruck zuck und das Ergebnis ist der Oberkracher! :) Perfekt für warme Sommertage und als kleinen, prickelnden Nachtisch nachdem man in der Abendsonne mit Freunden gegrillt hat und der Bauch voll ist - ein Sorbet passt immer noch rein. :D
Hach ja, ich freue mich auf den Sommer! 

Bis bald,
Eure Selina 

Mittwoch, 3. Juli 2013

Heidelbeer-Panna-Cotta mit Buttermilch

Mhh, Heidelbeeren. Ich bin ja so froh, dass gerade Beeren-Zeit ist! Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren - und was es sonst noch so alles gibt - befördern mich direkt in den Himmel. :) Das Original-Rezept des Panna-Cotta verlangt eigentlich nach Erdbeeren, aber da der Rewe meines Vertrauens plötzlich keine mehr hatte, habe ich ihn kurzerhand mit Himbeeren ausprobiert. Ja, Himbeeren... wieso sind auf den Bildern also Heidelbeeren zu sehen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Himbeer-Panna-Cotta war verschlungen, bevor ich dazu kam, auch nur ein Bild zu schießen. :D Also auf ein Neues und diesmal mit: Heidelbeeren. Man muss ja alles mal ausprobiert haben, nech? :)


Der schnieke Farbverlauf war unbeabsichtigt, macht aber doch irgendwie was her, oder? :D
Bei dem Panna Cotta handelt es sich übrigens um die 'gesunde' Variante. Es ist fast keine Sahne drin - eigentlich dürfte man dieses Dessert also gar nicht Panna-Cotta nennen. Falls die Panna-Cotta-Polizei mich also erwischt... drückt doch bitte mal ein Auge zu. :)



Zutaten:

etwas mehr als 500 g Heidelbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren
420 ml Buttermilch
6 EL Zucker
3 TL Gelatinepulver
60 ml Milch
60 ml Sahne

Zubereitung:

• Die Heidelbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren waschen. (Erdbeeren klein schneiden)
• Mit der Buttermilch und dem Zucker vermischen. Dann mit dem Pürierstab oder im Mixer sorgfältig verkleinern.
• Wer Himbeeren oder Erdbeeren verwendet: Durch ein feines Sieb geben und gut ausdrücken. Die Heidelbeermasse einfach so verwenden.
• Gelatinepulver über die Milch streuen und für 1 Minute weich werden lassen.
• Sahne kurz aufkochen und Gelatine unterrühren, bis sie sich aufgelöst hat.
• Zum Buttermilch-Gemisch geben und vermischen.
• In Gläser oder Tassen füllen und für mindestens 8 Stunden kalt stellen.

Zusatz: Da Heidelbeeren zu einem Großteil aus 'Haut' bestehen, würde beim Sieben zu viel Geschmack verloren gehen. Wer also lieber ein glattes Panna-Cotta ohne Stückchen möchte, der halte sich an Him- oder Erdbeeren. :)

Ich muss sagen, obwohl mir das Heidelbeer-Panna-Cotta auch seeehr gut geschmeckt hat: Die Himbeer-Creme hätte ich vom Fleck weg geheiratet. Ernsthaft. 

Übrigens muss ich mich noch immer ein bisschen an das Licht in der Wohnung gewöhnen. Heute zum Beispiel wollte ich wunderbare Sonnenlicht-Fotos in der Küche machen. Und was sehe ich, als ich aufgestanden bin? Reeeegen und trübe Suppe. Sowas aber auch! Gebt mir also noch ein klein wenig Zeit, dann werden die Fotos wieder so sein wie eh und jeh. :)

Bis bald,