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Samstag, 21. Oktober 2017

Haselnuss-Tarte mit Birnen // gluten- und zuckerfrei


Die letzten Tage hat der Altweibersommer hier in der Gegend noch mal alles gegeben - goldene Blätter, orangerotes, raschelndes Laub auf den Wiesen, das Blau des Himmels, wie es nur im Herbst ist, angenehm wärmende Sonnenstrahlen, dunstige Berge am Horizont, eine laue Brise und die Gewissheit, dass diese Welt einfach schön ist. Wenn ich in so einer Stimmung bin, also einfach froh hier und jetzt zu leben, überkommt mich jedes Mal die Lust, durch die Küche zu wirbeln und wunderbar herbstliche Dinge zu zaubern. So ist auch diese saftige Haselnuss-Tarte mit Birne entstanden, die - wie sollte es anders sein - glutenfrei und wahlweise zuckerfrei ist.

Ich süße ja nur noch mit Xylith, sowie Honig oder Agavendicksaft - aber natürlich könnt ihr sehr gerne auch normalen Zucker verwenden! Das ist das Schöne am Xylith: Die Süßkraft entspricht ziemlich genau der von Zucker und ihr könnt es problemlos austauschen. 
Den Mürbeteig für den Boden habe ich nach diesem Rezept zubereitet - war aber leider nicht so begeistert, da der Mürbeteig recht mehlig schmeckt. Wenn ihr einen besseren bzw. einen glutenfreien Lieblings-Mürbeteig habt, lässt es mich sehr gerne in den Kommentaren wissen! :)
Ansonsten könnt ihr denke ich auch einfach eine glutenfreie Mehlmischung verwenden, wie ihr sie inzwischen in den meisten Supermärkten bekommt.


Haselnuss-Tarte mit Birnen
inspiriert durch dieses Rezept

Zutaten
115 g Butter, zimmerwarm
100 g Xylith
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
110 g Haselnüsse, gemahlen
1 EL Maisstärke
1 Prise Salz
1/2 TL Zimt
5-6 kleine Birnen
2 Handvoll Haselnüsse, ganz

Zubereitung
1. Den Mürbeteig zubereiten und für 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Dafür habe ich dieses Rezept verwendet, war aber leider nicht so begeistert, da der Mürbeteig mehlig bleibt.
2. Den Ofen auf 175 °C vorheizen.
3. Die weiche Butter mit dem Xylith cremig schlagen. Wenn eure Birnen sehr süß sind könnt ihr gerne auch etwas weniger Süßungsmittel verwenden.
4. Das Ei und den Vanilleextrakt hinzugeben und für eine weitere Minuten schlagen.
5. Die gemahlenen Haselnüsse mit der Stärke, dem Salz und dem Zimt vermischen und unter die feuchten Zutaten heben.
6. Die Tarteform fetten, mit dem Mürbeteig auskleiden, die Füllung hinein geben und diese glatt streichen.
7. Die Birnen entkernen und in feine Streifen schneiden. Auffächern und in die Füllung drücken.
8. Die Haselnüsse grob hacken und auf der Tarte verteilen, leicht andrücken.
9. Für 30-35 goldbraun backen und vor dem Genießen vollständig abkühlen lassen.



Abgesehen vom Mürbeteig finde ich die Tarte einsame Spitze! Die Kombination Haselnuss und Birne ergibt einen richtig tollen Geschmack - das Nussige harmoniert mit dem Süß-fruchtigen wunderbar. Das Rezept reicht übrigens für eine normale Tarteform, ich habe eine etwas kleinere genommen und daher zusätzlich noch eine Mini-Tarte backen können.


Alles Liebe für euch und bis ganz bald,
Eure Selina 

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Banoffee-Pie

Ach jeh, schon wieder Bananen. Da backe ich Ewigkeiten gar nichts und plötzlich sind zwei Mal hintereinander Bananen die Stars der Show? Ganz ehrlich, in dem Bananenbrot vom letzten Post waren sie schon sagenhaft lecker - hier wird der Dekadenz aber noch mal die Krone aufgesetzt. Denn im Banoffee-Pie gehen die Bananen eine Liebelei mit Keksen, Karamell und frischer Sahne ein. Eine Traumkombi sage ich euch. Den Kuchen habe ich vor einigen Jahren schon mal gemacht und er ist mir seither in mehr als guter Erinnerung geblieben. Jetzt hatte eine Freundin Geburtstag und da ich weiß, dass sie Banoffee-Pie liebt, habe ich das Rezept wieder ausgegraben. Zu viert haben wir den Kuchen fast ganz aufgegessen, haben One Day geschaut und abwechselnd den Kuchen und Jim Sturgess angeschmachtet. Ein wirklich guter Abend.

Zutaten
250 g Schokokekse
100 g Butter, geschmolzen
4 mittlere Bananen
1 Dose (400 ml) gesüßte Kondensmilch
1 Becher Sahne

Zubereitung
• Die gesüßte Kondensmilch wird in der geschlossenen Dose in einen Topf gegeben und so viel Wasser eingefüllt, dass es die Dose vollkommen bedeckt - das ist wichtig! Für ca. 2 Stunden kochen, dann etwas abkühlen lassen, bevor ihr die Dose öffnet.
• Die Kekse im Gefrierbeutel mit einem Nudelholz zerkleinern. Die Butter schmelzen und die Krümel damit vermischen.
• Die Krümelmischung in eine leicht gefettete Spring- oder Tortenform geben und gleichmäßig festdrücken (auch gerne mit Rand). Für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
• Die Bananen schälen und in dünne Scheiben schneiden.
• Die Hälfte des durch den Kochprozess entstandenen Toffees auf den Keksboden geben. Nun die Bananen darauf verteilen und den Rest Toffee darüber gießen bzw. mit einem Löffel grob verteilen.
• Für nochmal 30-40 Minuten in den Kühlschrank geben.
• Mit Sahne und Schokostreuseln oder Kakaopulver verzieren und bis zum Verzehr kalt stellen.
• Genießen!


So einfach, so gut, so cremig und karamellig und sogar mit frischem, gesunden Obst (haha) - das müsst ihr probieren! Und wer keine Lust hat, einen Banoffee-Pie zu machen, der sollte wenigstens mal gesüßte Kondensmilch in der Dose kochen, um dann einen kööstlichen Karamell-Brotaufstrich zur freien Verfügung zu haben. Der darf auch gerne mal mit einem Löffel aus dem Glas gegessen werden. Denn in ein Glas gefüllt und luftdicht verschlossen hält sich das Toffee (genau wie Marmelade) für einige Zeit.

Hattet ihr denn schon mal Banoffee-Pie? Und wenn ja, ist der nicht einfach zum reinlegen? :)

Macht's gut ihr Lieben,
Eure Selina ♥

Freitag, 13. Februar 2015

Herzige Blaubeertarte


Der Tag, an dem das eintritt, das ich schon immer gefürchtet habe ist doch tatsächlich ein Freitag, der 13. 
Abergläubisch bin ich zwar schon ein bisschen aber gegen besagten Tag hatte ich noch nie etwas. Nur weil dem Datum eine negative Bedeutung angehängt wurde, ist er ja wohl kein Unglückstag. Dachte ich bisher. Aber das wird sich ab heute vielleicht ändern.
Neben meiner dezenten Abergläubigkeit (die sich aber zum Glück in Grenzen hält) habe ich noch eine Phobie: Fahrstühle.
Im Haus eines Freundes gibt es einen nicht sehr vertrauenserweckenden Fahrstuhl, von dem bekannt ist, dass er öfter mal dazu neigt, stecken zu bleiben. Ich laufe. Jedes Mal. In den vierten Stock - während die anderen es sich im Fahrstuhl gemütlich machen.
Aber nicht dort spielte ich das Unsägliche ab, sondern bei mir. 
Der 1&1 Techniker beehrte mich heute Morgen endlich mit seinem Besuch und installierte das WLAN, dann fuhren wir gemeinsam in den Keller. Dort fuchtelte er mit irgendwelchen brummenden und summenden Geräten herum. Dann sollte es wieder nach oben gehen. Wir stiegen in den Fahrstuhl. Der kam mir schon etwas komisch vor, weil er irgendwie nicht ganz auf der Höhe des Kellerbodens war, sondern ein bisschen tiefer - aber ich versuchte diese Tatsache geflissentlich zu ignorieren. Ich drückte auf den Knopf, die Türen schlossen sich. Nichts passierte.





Und da standen wir, erstmal sprachlos. Der Mann drückte voller Panik genau wie in Filmen auf all die Etagen-Knöpfe. Eins, zwei, drei, vier... Und das mehrmals. Brachte natürlich genau wie im Film nichts. Ich sah uns schon auf dem Boden des Fahrstuhls sitzen und schweigend auf die Retter warten. Doch auf dem Boden hätten wir vermutlich nicht mal beide Platz gefunden, so winzig ist der Fahrstuhl.
Kühn fragte ich schließlich: "Können Sie nicht die Tür aufstemmen?" aber er versuchte es nicht mal. Also wollte ich mich gerade selbst an ihr zu schaffen machen, als der Techniker offensichtlich einer Eingebung folgend auf den "Tür-Öffnen"-Knopf drückte. Und die Tür sich öffnete. Das Ganze dauerte vielleicht ganze fünf Minuten aber mir erschien es wie eine Ewigkeit.
Ich stürmte sofort heraus und schwor mir, nie wieder meinem Gefühl zu misstrauen und das nächste Mal, wenn mir ein Fahrstuhl suspekt vorkommt, wieder die Treppe zu nehmen.
In meiner Wohnung angekommen musste ich mich erstmal beruhigen und mir klar machen, dass ich ganz knapp einer Katastrophe entkommen war. Denn ich hatte den restlichen Blaubeerkuchen im Ofen, um ihn dann warm zum Frühstück genießen zu können. Wer rechnet denn damit, dass ein Fahrstuhl sich ausgerechnet diesen Moment aussucht, um einem Freitag dem 13. alle Ehre zu machen?


Zutaten
Mürbeteig
250 g Mehl
Prise Salz
20 g Puderzucker
125 g kalte Butter
80 ml kaltes Wasser

Füllung
300 g gefrorene oder frische Blaubeeren
35 g Speisestärke
100 g Zucker
Abrieb und Saft von 1 Zitrone


Zubereitung
Mürbeteig
• Das Mehl mit dem Salz und dem Puderzucker vermischen. Die Butter in Stücke schneiden und hinzugeben.
• Mit den Händen die Butter in das Mehl einarbeiten, bis kleine Krümel entstehen, die gleichmäßig im Mehl verteilt sind.
• Nun das kalte Wasser hinzugeben und ebenfalls einkneten.
• In Plastikfolie wickeln und für mindestens 1 Stunde kalt stellen.
• Dann eine eckige Tarteform damit auskleiden und den übrigen Teig zurück in den Kühlschrank geben.
• Mit Backpapier auslegen, mit Erbsen oder Bohnen beschweren.
• Bei 175°C für 10-15 Minuten backen bzw. bis der Boden fast vollständig gebacken ist. Bohnen und Backpapier entfernen. Etwas abkühlen lassen.

Füllung
• Blaubeeren gegebenenfalls auftauen und abtropfen lassen.
• Mit Zitronensaft, Abrieb und Zucker vermischen.
• Dann die Speisestärke hinzugeben.
• Die Füllung auf den Boden geben.
• Den restlichen Teig ausrollen und kleine Herzen ausstechen. Diese auf der Blaubeerfüllung verteilen.
• Für weitere 40 Minuten bei 175° backen oder bis die Herzchen goldbraun sind.
• Wer mag kann die Tarte nun noch mit Puderzucker bestäuben und dann genießen. 


Der Mürbeteig den ihr hier im Rezept seht, ist wirklich der Beste! Ich mache inzwischen nur noch ihn und bin jedes Mal begeistert, wie gut er schmeckt und wie perfekt seine Konsistenz ist. Füllen könnt ihr ihn natürlich mit allem Möglichen, zufällig hatten sich meine Freundinnen aber einen Blaubeerkuchen gewünscht. Die Herzchen habe ich schon vielerorts gesehen und fand den Anblick so hübsch, dass ich mich - passend zum Valentinstag natürlich - davon habe inspirieren lassen. Ich finde das macht die Tarte auch wirklich zu etwas Besonderem. :)

Euch allen ein schönes Wochenende!
Eure Selina 

Dienstag, 3. Februar 2015

Passionsfrucht-Tarte


Anfang Februar den Sommer nach Hause holen? Kann ich. Und ihr könnt es auch - ist sogar total einfach!
Eigentlich hätte ich von der sommerlichen Passionsfrucht-Tarte noch gefühlt tausend Fotos machen und mein frisch gestrichenes Brett noch volle Möhre auskosten wollen. Aber dann machten mir die Kamerakkus und meine eigene Vergesslichkeit einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung: Das Ladekabel liegt bei meinen Eltern und auch der Ersatzakku ist leergenudelt.
Eigentlich wollte ich auch das Rezept schon viel früher veröffentlichen aber da machte mir Kabel BW einen Strich durch die Rechnung: Die haben mir nämlich fristlos gekündigt. Weil ich seit Monaten meine Rechnungen nicht bezahle. Nur komisch, dass eigentlich ein Dauerauftrag für den Bankeinzug besteht und ich - weder an meine alte Adresse, noch an meine neue, noch an die meiner Eltern - die angeblich diversen Mahnungen gesendet bekommen habe.
Naja, mir solls recht sein: Bin ich endlich raus aus dem Saftladen! Zur Feier gibt's eine Passionsfrucht-Tarte und das Rezept für euch. :D


Zutaten
200 g Mehl
1 Prise Salz
125 g kalte Butter, in Stückchen
25 g Puderzucker
1 Eigelb
2 EL kaltes Wasser

Für die Füllung
75 ml Passionsfrucht-Saft (frisch oder gekauft)
1 Zitrone, davon Saft und Abrieb
280 g Crème fraîche
90 g Zucker
2 Eier + 2 Eigelb

Zubereitung
• Mehl und Salz sieben. Die Butter in Stückchen schneiden und in die Mehlmischung kneten, bis alles schön krümelig ist.
• Eigelb und Wasser hinzu geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
• Für 20 Minuten in Frischhaltefolie gewickelt kalt stellen.
• Ausrollen und eine gefettete Tarteform damit auslegen. Erneut 20 Minuten in den Kühlschrank geben. (Ich habe nur die Hälfte des Teigs verwendet und nur den Boden, also keine Ränder gemacht. Das könnt ihr halten wie ihr mögt.)
• Mit einer Gabel einstechen, mit Alufolie auslegen und mit Backbohnen beschweren. Für 10 Minuten im auf 200°C vorgeheizten Ofen backen. Dann Alufolie und Bohnen entfernen und für weitere 5 Minuten backen.
• Nun die Füllung zubereiten: Hierfür einfach alle Zutaten für die Füllung in einer Schüssel cremig rühren. Ich habe versucht, die Passionsfrüchte auszupressen, bin mit 4 Stück jedoch nicht besonders weit gekommen. Deswegen empfehle ich euch, wenn ihr ihn bekommen könnt, einfach welchen zu kaufen. Das geht schneller und ist günstiger. :)
• Die Mischung auf den Teig gießen und bei nun 180°C für 30-35 Minuten backen (und falls sie ein bisschen dunkel wird einfach Alufolie darauf legen).
• Vollständig abkühlen lassen; wer mag mit einem Klecks Crème fraîche servieren.
• Genießen! 



Die Tarte ist wirklich Sommer pur, fruchtig und frisch, cremig und süß. Dadurch, dass sie doch relativ flach ist, kann man auch gleich ein paar Stückchen auf ein mal spachteln. :)
Ich mache mich jetzt daran inständig zu beten, dass 1&1 ein besserer Anbieter für's Internet ist und dann betrachte ich noch ein bisschen meine Tulpen (ignoriere den Schnee draußen) und träume vom Frühling.

Macht's gut ihr Lieben!
Eure Selina ♥

Samstag, 10. Januar 2015

Karamell Käsekuchen Tarte


Es ist gefühlte Ewigkeiten her, dass ich das letzte Mal einen Post geschrieben habe und dementsprechend fällt es mir irgendwie schwer, loszulegen. Soll ich euch von meinem Silvester erzählen, das ich mit meinen liebsten Menschen in Mannheim gefeiert habe? Um 12 waren wir dann am Wasserturm und tauchten am nächsten Tag im Mannheimer Morgen auf, als sechs verschwommene Gestalten, die die Zahl 2015 mit Sternspritzern in die Nacht malten. Oder soll ich euch vom Schneechaos und Latenight-Schlittenfahren erzählen, bei dem ich filmreif über den Schlitten hinweg in den Schnee segelte und es sich kurz anfühlte, als würde ich fliegen - und mich danach vor Lachen kaum mehr einkriegte? Oder von den Marzipan-Bratäpfeln, die es danach gab? 


Ich könnte euch auch davon erzählen, dass ich nach ein paar Wochen Heimaturlaub richtig froh war, wieder in Mannheim zu sein, in meiner stillen, vertrauen Wohnung und all meinen Backformen. Dass ich das Backen total vermisst habe und am selben Tag, an dem ich zurück nach Mannheim kam, sofort meine Tarteform ausgepackt und diese Käsekuchentarte fabriziert habe.
Daraufhin muss ich euch natürlich von dem übrig gebliebenen Karamell vorschwärmen, das ich löffelweise zusammen mit den Johannisbeeren gegessen habe. Eine Wahnsinns-Kombi sag ich euch!
Achja, meinen Skiurlaub, den ich morgen antrete, darf ich euch natürlich auch nicht verschweigen: Es geht für fünf Tage in den Bayrischen Wald in ein Wellnesshotel und ich hab' es - nachdem ich im vergangenen Jahr ein einziges Mal im Urlaub war (und zwar für eine Woche in Holland, haha) - dringend nötig. Jetzt hoffe ich nur inständig, dass genug Schnee liegt.


Ich bin zwar die Unsportlichkeit in Person aber ich liebe Skifahren. Ich habe weder Kondition noch Muskeln und habe gefühlt schon alles ausprobiert, weil ich mir immer dachte: Du musst nur die richtige Sportart für dich finden, denn eigentlich bist du gar kein Sportmuffel! Ganz bestimmt nicht!
Handball hab ich schon gespielt, ich war im Fitnessstudio angemeldet und bin nie hin, habe Yoga, Pilates, etwas das sich "Fit and Fun" nennt ausprobiert, Bauch Beine Po, war Joggen und sogar Walken. Habe sogar schon über Fechten und Ballett (schlechter Scherz) nachgedacht, es dann aber doch gelassen. Denn wenn ich ehrlich bin, bin ich einfach zu faul und ziehe Buch+Tee immer vor. 
Aber Ski fahren - das ist anders.
Egal ob die Sonne scheint oder es weiter schneit, es gibt nichts Schöneres, als den weißen Hang hinunter zu kurven, den Geruch nach Schnee und Winter in der Nase und weit und breit nur strahlende, beinahe unberührte Landschaft. Dann in der Gondel hinauf, zurücklehnen und die Aussicht genießen, die Vorfreude spüren - und wieder los.
Auch der Germknödel mit Butter und Mohn danach ist nicht zu verachten. :)

Dazu habe ich allerdings kein Rezept für euch, dafür aber die Karamell Käsekuchen Tarte! Der Boden besteht aus zerbröselten Karamell-Keksen: ich habe eine Kombination aus Biscoff Lotus  und Amarettini benutzt, ihr könnt aber auch einfach normale Butterkekse verwenden. Der Käsekuchenpart an sich ist saftig und cremig und die Karamellcreme obendrauf... naja, sagen wir mal so: ich war nah dran, mir einfach noch mal eine Portion zu kochen, auch wenn kein Kuchen mehr da war.

Zutaten
für eine längliche Tarteform

200 g Kekse
40 g Butter, geschmolzen
400 g Frischkäse
100 g saure Sahne
200 g Zucker
3 Eier
1/2 TL Zimt
2 TL Vanilleextrakt

für den Karamell
120 g Zucker
40 g Butter
100 g Creme Fraiche

Zubereitung Tarte
• Die Kekse sehr fein zerbröseln. Mit der geschmolzenen Butter verrühren und in eine Tarteform geben. So andrücken, dass ein Rand entsteht. Für 5 Minuten bei 160 °C backen.
• Frischkäse, saure Sahne, Zucker, Eier, Zimt und Vanilleextrakt gut vermischen.
• In die Tarteform gießen (ist sehr flüssig) und bei 160° C für 45 Minuten backen. Danach den Ofen ausschalten, die Ofentür einen Spalt weit öffnen und weitere 45 Minuten warten.
• Gut abkühlen lassen, währenddessen das Karamell zubereiten.

Zubereitung Karamell
• Zucker und Butter in einen Topf geben und schmelzen.
• Ständig rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt, bis alles aufgelöst und von einem mitteldunklen Braun ist.
• Vom Herd nehmen und die Creme Fraiche einrühren. Achtung, es sprudelt und spritzt, geht also einen Schritt zurück.
• Gut verrühren, falls sich Klümpchen bilden, erneut langsam erhitzen. Dann gut abkühlen lassen.
• Auf den Kuchen träufeln oder einfach dick darauf streichen. :)

So, jetzt habe ich ja doch einiges geschrieben. Das kommt davon, wenn ich einfach drauf los tippe und mir gar nicht so viele Gedanken mache. Einfach unverfälscht und so.
Fahrt ihr denn auch so gerne Ski? Oder könnt ihr mir einen Sport empfehlen, den sogar Sportmuffel mögen? Ich glaube ich habe die Hoffnung noch immer nicht ganz aufgegeben. Vielleicht versuche ich, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, mal regelmäßig schwimmen zu gehen. Immerhin kommt dann der Frühling und da traut man sich wieder eher aus dem Haus. :)

Euch wünsche ich ein tolles Wochenende und hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet!
Eure Selina 

Mittwoch, 20. August 2014

Tomatentarte mit Ricotta

Esst ihr manchmal auch statt Frischkäse einfach ne Schicht Ricotta aufm Brot? Und dann noch ein bisschen Tomate darauf, Salz und Pfeffer - und dann kann das Genießen losgehn. Bitte sagt mir, dass ich nicht die Einzige bin, die solche kleinen Sünden begeht! Man könnte mich durchaus als Ricottasuchti bezeichnen, ganz ehrlich, ich könnte den Löffelweise mampfen. Der macht mich ganz wuschig.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir die Tarte direkt aus der Form und auf die Küchentheke plumste. Samt Füllung. Und zerbrach.


Nach kurzem Schock, bei dem ich mich nicht bewegen konnte, versuchte ich die Tarte panisch sozusagen wieder auf ihre Füße zu stellen. Und dann zusammen zu flicken, so gut es ging. Der Boden war nur leider so buttrig und bröselig, dass es eine fast unmögliche Arbeit war und so sieht man der Tarte leider ein wenig ihre Versehrtheit an. Aber weil Ricotta meine große Liebe ist und die Tarte so hammermäßig gut schmeckt, war es mir ein bisschen egal, dass sie nicht ganz lupenrein aussieht.

Seht ihr hier auf dem zweiten Bild von oben den linken Rand? Ja, genau da ist alles zerbröselt. Und dabei war der Boden so perfekt. Genau der richtige Grad an Bröseligkeit, Buttrigkeit und Knackigkeit. Fast so gut wie der Boden von letztens. Ich war nur froh, dass ich die Tomaten noch nicht darauf drapiert hatte, dann hätte ich die Tarte nämlich vermutlich aus dem Fenster geschmissen (Ungeduld lässt grüßen). Ein Glück also, dass es soweit nicht kommen musste, denn sonst wären wir nicht in den Genuss dieser exquisiten Ricotta-Tomaten-Tarte gekommen. /Pathos an/ Eine Kombi, die im Himmel gemacht wurde. /Pathos aus/



Leicht abgewandelt nach Raiza Costa

Zutaten
Für den Boden
200 g Mehl
1 großzügige Brise Salz
100 g Butter
50 g Wasser

Für die Füllung
3 TL süßer Senf
300 g Ricotta
150 g Mascarpone
Salz
Pfeffer

Für die Tomaten
ca. 400 g bunte Tomaten (lieber zu viel als zu wenig)
ein paar Blätter Basilikum
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung
Tomaten
• Die Tomaten halbieren und in eine Schüssel geben.
• Das Basilikum klein hacken und dazu geben.
• Mit Salz, Pfeffer und Öl würzen und beiseite stellen.

Boden
• Das Mehl mit dem Salz vermischen. Die Butter in Stücke schneiden und hinzugeben.
• Mit den Händen die Butter in das Mehl einarbeiten, bis kleine Krümel entstehen, die gleichmäßig im Mehl verteilt sind.
• Nun das kalte Wasser hinzugeben und ebenfalls einkneten.
• In Plastikfolie wickeln und für mindestens 1 Stunde kalt stellen.
• Dann eine Tarteform damit auskleiden
• Bei 175°C für 30-35 Minuten backen bzw. bis der Boden vollständig gebacken ist. Abkühlen lassen!

Füllung
• Ricotta und Mascarpone mit Salz und Pfeffer vermischen.
• Den Boden der Tarte mit Senf bestreichen. Die Ricottacreme darauf verteilen.

• Nun die Tomaten auf der Ricottacreme verteilen. 
• Wer mag kann die Tarte nun noch mal, bis zum Verzehr, kalt stellen. Ich empfehle, sie zeitnah zu genießen, da sonst die Konsistenz des Bodens und der Tomaten leidet.

Hach, die Tarte war wirklich so fein. Es empfiehlt sich, sie zum Beispiel als Vorspeise für ein größeres Menü zu servieren oder einfach so als Snack, als Mittagessen oder zum Picknick am See (falls der Sommer noch mal wieder kommt). Ich hatte ein Stück als Beilage zum Abendessen, das hat auch supi funktioniert. :) Ich bin auf jeden Fall ordentlich verliebt und bin mir sicher: Das wird nicht unser letztes heißes Date gewesen sein!



Machts gut, bis bald!
Eure Selina ♥ 

Samstag, 2. August 2014

Mirabellen-Frangipane-Tarte


Also Kabel BW ist ein echter Saftladen. So würde mein Vater die Unfähigkeit der Mitarbeiter bezeichnen und er hätte recht! Drei mal waren sie jetzt schon hier und jedes Mal meinte derjenige dann: "Ah der der vorhea do wa, der is ah n Idiot" (zu Deutsch: Der, der vorher da war, ist auch ein Idiot). Dieser ganze Verein scheint also aus Idioten zu bestehen, die "vun nix a Ahnung hawwe und selwa zu faul sin mo in de kella zu gehe und zu gugge" (zu Deutsch: Keine Ahnung haben und selber zu faul sind mal in den Keller zu gehen und zu gucken).
Jetzt geht zwar endlich das Internet per Kabel und das Telefon, aber WLAN sträubt sich immer noch vehement. Und auch der Techniker, der soeben meine Wohnung verlassen hat, schien eher wenig Ahnung zu haben, warum. Aber immerhin kann ich jetzt mit meinem mit einem hübschen blauen Kabel versehenen Laptop auf den Knien (denn natürlich ist das Kabel zu kurz um den Laptop irgendwo abstellen zu können) diesen Post verfassen.



Aber inmitten dieser ganzen Internet-Geschichte habe ich gestern zum ersten Mal in meiner neuen Wohnung gebacken! Der Ofen wurde zwar schon eingeweiht - und zwar mit Aufbackbrötchen, bitte verurteilt mich nicht - aber so richtig Teig gerührt, Formen eingefettet und das fertige Werk stolz aus dem Ofen geholt wurde noch nicht. Deswegen hat es mich dann auch so richtig gefreut, als der Kuchen gestern zum Abkühlen auf meinem Tisch stand und ich ihn ganz versonnen betrachten konnte.
Ich finde ihn echt bombastisch gut!
Der Boden ist schon perfekt, mit Abstand der beste Mürbeteig den ich je gebacken habe. Und dann diese Mandelfüllung... ein Träumchen. Zwischendrin dann diese süße Explosion der fruchtigen Mirabellen. Besser hätte es in meiner neuen Wohnung gar nicht anfangen können! :)


Zutaten
Mürbeteig
250 g Mehl
Prise Salz
20 g Puderzucker
125 g kalte Butter
80 ml kaltes Wasser

Füllung
115 g weiche Butter
115 g Honig
100 g gemahlene Mandeln
2 Eier
60 ml Sahne
1 kleine Prise Nelkenpulver

Zubereitung
Mürbeteig
• Das Mehl mit dem Salz und dem Puderzucker vermischen. Die Butter in Stücke schneiden und hinzugeben.
• Mit den Händen die Butter in das Mehl einarbeiten, bis kleine Krümel entstehen, die gleichmäßig im Mehl verteilt sind.
• Nun das kalte Wasser hinzugeben und ebenfalls einkneten.
• In Plastikfolie wickeln und für mindestens 1 Stunde kalt stellen.
• Dann eine Tarteform damit auskleiden. Mit Backpapier auslegen, mit Erbsen oder Bohnen beschweren.
• Bei 175°C für 10-15 Minuten backen bzw. bis der Boden fast vollständig gebacken ist. Bohnen und Backpapier entfernen. Etwas abkühlen lassen.

Füllung
• Butter, Honig, Mandeln und Eier in eine Schüssel geben und alles kräftig und gut miteinander vermischen.
• Nun die Sahne und das Nelkenpulver unterrühren.
• In die Form füllen und die entsteinten Mirabellen darauf verteilen – leicht andrücken.
• Bei 175°C für 30-35 Minuten (mit Ober-Unterhitze) backen.
• Vor dem Verzehr abkühlen lassen. Genießen!


Der Laptop ist inzwischen schon ganz schön warm geworden auf meinen Beinen und ich werde ihn wohl besser zuklappen. Und dann meinen Papa anrufen und ihn fragen, was nun wegen dem WLAN zu tun ist. So langsam nervts.
Aber immerhin bin ich mit der Wohnung so glücklich, dass ich mich von dem ganzen Kabel-BW-Gedöns nicht aus der Ruhe bringen lassen will.

Habt ein famoses Wochenende, ich hoffe ihr genießt den Sommer!

Eure Selina ♥ ♥ 


Dienstag, 6. Mai 2014

Einfache Himbeer-Schokoladen-Tarte



Ich wohne jetzt fast genau ein Jahr in meiner Wohnung. Ein Jahr ist es her, dass ich meine Kisten gepackt, meiner Schildkröte auf Wiedersehen gesagt und bei Ikea ein kleines Vermögen ausgegeben habe. Ein ganzes Jahr habe ich hier verbracht, alleine und gemeinsam mit Anderen, mit Freunden, meinem Freund, mit Hochs und Tiefs, zu viel Stille und zu viel Lärm (ich denke hier an meine Nachbarin von Oben), mit süßen und salzigen Rezepten, mit Zuckerstreuseln auf dem Boden und in meinen Haaren, mit geschmolzener Schokolade und zermatschten Himbeeren.
Und es fühlt sich so an, als wäre unendlich viel Zeit vergangen. Trotzdem bin ich erst jetzt dazu gekommen, eine Party zu schmeißen. Einweihungsparty. Das war letztes Wochenende und um genau zu sein 2 Monate, bevor ich wahrscheinlich umziehen werde. Also eher Abschiedsparty.
Jetzt kann mir ja egal sein, was meine Nachbarn von mir denken. :)

Und wie sollte es auch anders sein im Hause Krümel: Es gab natürlich ein Buffet.
Meine beste Freundin war da und hat mir mit zwei veganen Kuchen/Brownies geholfen, es gab Käsekuchen, Himbeercupcakes, Beerencrumble im Glas und als salzigen Snack "Käsefüße", die in nullkommanix aufgegessen waren (note to self: nächstes Mal noch mehr Salziges backen).

Die Himbeer-Schokoladen-Tarte, die ihr hier seht gab es leider nicht - aber dafür bekommt ihr sie! :)

Zutaten:

200 g Schokoladenkekse (ich hatte welche von Leibnitz)
120 g Butter, geschmolzen
200 g Zartbitter-Kuvertüre
1 Becher Sahne
1 Prise Salz
300 g gefrorene (bzw. aufgetaute) Himbeeren + frische Himbeeren zum Verzieren

Zubereitung:

• Die Schokokekse zu feinen Krümeln mahlen (ich habe dafür ein Nudelholz genutzt).
• Die Butter schmelzen und dazu geben. Die Krümel sollten die Konsistenz von feuchtem Sand haben.
• Eine Tarteform einfetten und die Krümel auf dem Boden verteilen. So festdrücken, dass auch ein kleiner Rand entsteht. Bei 175 °C für 10 Minuten backen.
• Die Schokolade hacken.
• Die Sahne kurz aufkochen, dann über die Schokolade geben. Die Prise Salz untermischen.
• Die Himbeeren auftauen lassen und pürieren. Durch ein Sieb streichen und ebenfalls unter die Schokolade mischen.
• Die Schokomischung auf den Boden geben.
• Für ca. eine Stunde stehen lassen und dann die frischen Himbeeren darauf verteilen. Einige weitere Stunden fest werden lassen.
• Genießen 

Die Tarte ist wirklich sehr einfach zu backen und die Süße der Schokolade harmoniert perfekt mit der leichten Säure der Himbeeren - die beiden sind ohnehin DAS Traumpaar schlechthin. Perfekt für den (hoffentlich bald wiederkehrenden) Frühling. Eine perfekte Kombination eben. :)

Fazit: Uuuunbedingt probieren! :)

Eure Selina 

Freitag, 4. April 2014

Einfache Spargeltarte mit Senfcreme


Pünktlich wenn die Spargelzeit da ist, beginnt in meinem Kopf die stumme Diskussion, welchen Spargel ich eigentlich lieber mag: Den Grünen oder den Weißen. Und jedes Mal kann ich mich nicht entscheiden.
Trotzdem griffen meine Hände, als ich den grünen Spargel erblickte, sofort nach ihm - vielleicht mag ich ihn doch ein kleines bisschen mehr. :)
Ich finde, er ist irgendwie vielseitiger (herrjeh, das klingt irgendwie abgedroschen, oder?) und man kann mehr mit ihm anstellen als Spargelcremesuppe und Spargel mit Sauce Hollandaise (oh, wenn ich so dran denke, bekomme ich Lust darauf).
Besonders gerne mag ich es, den Spargel einfach etwas in der Pfanne anzubraten, er wird dann so schön knusprig-braun. Oder ein Spargelsalat - mhh den würde ich auch gern mal ausprobieren. Und natürlich ganz viele Variationen von Spargeltartes. Heute habe ich euch meine Version mitgebracht, die Andere, die ich bisher probiert habe, geschmacklich um ein vielfaches übertrifft. Der Senf hält sich eher im Hintergrund, gibt der Tarte aber das besondere Etwas und der Blätterteig - na ich denke zu Blätterteig brauche ich gar nichts zu sagen. :) Und leicht zu machen ist die Tarte auch. Einfach der Hammääär!

Zutaten:
für zwei Tartes

1 Päckchen Blätterteig
1 „Bund“ Spargel (ich hatte 14 Stück)
2 EL Senf
2 EL Crême Fraiche
Pfeffer
Paprikapulver
etwas geschmolzene Butter
etwas geriebenen Parmesan

Zubereitung:
Den Blätterteig 15 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank holen.
Dann in zwei Hälften schneiden und zu kleinen Tartes formen und den Rand hochrollen. Die kompletten Böden der Tartes mit einer Gabel einstechen.
Bei 200° für 10 Minuten backen.
Währenddessen den Spargel waschen und die Enden trimmen.
Reichlich gesalzenes Wasser zum kochen bringen und den Spargel für 1 Minute (!) blanchieren.
Aus dem Wasser nehmen und in kaltem Wasser abschrecken (hierfür einfach eine Schüssel mit kaltem Wasser füllen und den Spargel hinein geben)
Wenn die Tartes aus dem Ofen kommen, mit der Gabel sofort die Mitte gründlich hinunter drücken – es ist normal, wenn sie sich nach oben wölbt. Der Rand sollte dabei bestehen bleiben.
Jetzt die Creme zusammen rühren: Senf, Crême Fraiche, Pfeffer und etwas Paprikapulver vermischen. Auf den Böden verteilen.
Die Spargel zurecht schneiden, dass sie exakt in die Tarteböden passen und die Böden damit bestücken.
Mit geschmolzener Butter bestreichen und Parmesan darüber reiben.
Erneut für 12-15 Minuten backen.

Ich hoffe, euch gefällt das Rezept - bisher habe ich noch nie ein Rezept gepostet, das als "Mahlzeit" zubereitet werden kann. Aber es gibt ja für alles ein erstes Mal und je nach dem wie gut euch das gefällt, werde ich vermutlich ab und zu mal ein solches Rezept posten. :)Habt ihr schon mit der Spargelzeit angefangen? Und mögt ihr eher grünen oder weißen Spargel?Habt ein schönes Wochenende! Und wer weiß? Vielleicht hat der eine oder andere ja Lust bekommen, am Wochenende eine Spargeltarte zu backen? :)Eure Selina 

Freitag, 21. Februar 2014

Blutorangen-Baiser-Tarte



Ich plane selten einen Post so richtig durch und habe ein ganz genaues Konzept der Bilder im Kopf. Ich lasse es eher so fließen, improvisiere ein bisschen, probiere herum, experimentiere, gebe mein Bestes und entscheide dann spontan, welche "Szenerie" mir am Besten gefällt. Die wird es dann und manchmal bin ich mehr, manchmal weniger zufrieden. 
Natürlich habe ich an mich selbst den Anspruch, dass die Bilder sehr schön werden sollen, denn die Leckereien, die ich fabriziere, sollen gebührend präsentiert und werden. Und ich selbst liebe schöne, gelungene Fotos und könnte sie ewig anstarren.
Deswegen ist ja auch mein Blog überhaupt erst entstanden - aus der Liebe und Lust am Fotografieren und der Bewunderung schöner Bilder. Daraus entstand dann die Begeisterung fürs Backen (Kochen immer noch nicht, da bin ich schlecht :D) und fürs Bloggen - und beides will ich gar nicht mehr missen.


Manchmal überkommt einen aber natürlich die Unlust oder die Wut, die Enttäuschung und die Frustration, wenn etwas nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat oder wenn der Mürbeteig mitsamt der Form auf den Boden gefallen ist (nicht, dass es mir schon passiert wäre). Oder wenn der Kuchen absolut besch... eiden aussieht, sich absolut nicht ansprechend fotografieren lässt oder das Licht einfach nur ungünstig ist.

Aber manchmal - da klappt es! Manchmal haut einfach alles hin und nicht nur der Kuchen schmeckt spitzenmäßig, auch die Fotos sind gelungen! Ich finde, dieses Mal ist es so und ich bin stolz, euch die Blutorangen-Baiser-Tarte zu präsentieren.
Ich jedenfalls bin verliebt. :)


Zutaten:

Für den Mürbeteig:
300g Mehl
150g kalte Butter
1 Prise Salz
1 EL Zucker
5 EL kaltes Wasser

Für den Blutorangen-Curd
360 ml Wasser
100 g Zucker
35 g Speisestärke
1 Prise Salz
Abgeriebene Schale von 2 Blutorangen
Saft von 2 Blutorangen
2 EL Butter
4 Eigelbe

Für den Baiser
4 Eiweiße
6 EL Puderzucker

Zubereitung:

1) Mürbteig:
• Das Mehl mit dem Salz und dem Zucker vermischen, dann die kalte, in Stücke geschnitte Butter hinzugeben. Mit den Händen verkneten, bis gleichmäßige Krümel entstanden sind.
• Dann das Wasser hinzugeben und so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist.
• Diesen zur Kugel formen und in Frischhaltefolie eingepackt für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
• Eine Tarteform (mit herausnehmbarem Boden) einfetten. Den Teig entweder ausrollen und die Tarteform auskleiden oder mit den Fingern den Teig gleichmäßig in die Form streichen. Mit einer Gabel einstechen.
• Alufolie darauf legen und mit Bohnen oder Reis beschweren.
• Im auf 175°C vorgeheizten Ofen für 10 Minuten blindbacken. Dann Folie und Bohnen entfenren und noch mal 15 Minuten backen.

2) Blutorangen-Curd
• Wasser, Zucker, Speisestärke, Salz, abgeriebene Blutorangenschale, Blutorgangensaft (ich hatte relativ kleine Orangen, wenn ihr Große habt, gebt einfach etwas mehr Speisestärke hinzu) in einen Topf geben und unter ständigem Rühren aufkochen lassen, bis es blubbert.
• Jetzt die Butter hinzugeben und schmelzen lassen.
• Die vier Eigelbe in einer seperaten Schüssel vermischen, dann temperieren, indem ihr langsam ein wenig der Curd-Masse unter Rühren zu den Eigelben gebt. Dann könnt ihr die Eimasse ohne Bedenken zu der restlichen Curd-Masse geben.
• Für eine weitere Minute erhitzen und gut vermischen.
• Dann ca. 10 Minuten abkühlen lassen und immer wieder Rühren, damit sich keine Haut bildet.

3) Baiser
• Die Eiweiße in einer Schüssel schaumig schlagen.
• Dann den Zucker hinzugeben und warten, bis das Eiweiß schön steif ist.

4) Fertigstellen
• Das Blutorangen-Curd in den gebackenen Boden geben.
• Die Baisermasse darauf verteilen (ihr könnte auch gerne einen Spritzbeutel benutzen und dekorative Muster spritzen, ich habe einen Teigschaber benutzt).
• Jetzt bei 175 °C erneut für 15-20 Minuten backen, bis die Baiserhaube hellbraun ist.
• Vor dem Anschneiden gut abkühlen lassen!


Ich weiß, das sieht nach viel Text und dementsprechend aufwendig aus. Aber ich kann euch versichern, dass es gar nicht kompliziert und auch nicht besonders zeitintensiv ist. Es geht schneller und einfacher, als man denkt und vor allem als es am Ende aussieht. :)
Und diesen Kontrast aus dem buttrigen Boden, dem pinken Curd und dem weißen Baiser finde ich wirklich toll - nicht nur geschmacklich ist die Tarte der Hammer! :D
Wer keine Blutorangen findet, kann selbstverständlich auch problemlos normale Orangen, Zitronen oder sogar Limetten benutzen.



An sich ist die Tarte natürlich eher sommerlich, frisch und süß, aber draußen herrscht schon seit Tagen Frühlingswetter, die Krokusse sprießen aus der Erde und der Himmel ist von diesem speziellen strahlenden Blau, das es nur im Frühling gibt. Deswegen kann man jetzt auch wunderbar eine sommerliche Tarte genießen und dabei vom kommenden Sommer träumen (und noch dazu haben Blutorangen ja gerade Saison :)).

Die restlichen hübschen Shooting-Models wurden zu einem frisch gepressten Orangensaft verarbeitet - und der schmeckt nochmal einen Ticken besser, als normaler O-Saft. Zum Reinlegen. :)

Ich wünsche euch ein frühlingshaftes Wochenende mit viel Sonnenschein,

eure Selina