Freitag, 21. Februar 2014

Blutorangen-Baiser-Tarte



Ich plane selten einen Post so richtig durch und habe ein ganz genaues Konzept der Bilder im Kopf. Ich lasse es eher so fließen, improvisiere ein bisschen, probiere herum, experimentiere, gebe mein Bestes und entscheide dann spontan, welche "Szenerie" mir am Besten gefällt. Die wird es dann und manchmal bin ich mehr, manchmal weniger zufrieden. 
Natürlich habe ich an mich selbst den Anspruch, dass die Bilder sehr schön werden sollen, denn die Leckereien, die ich fabriziere, sollen gebührend präsentiert und werden. Und ich selbst liebe schöne, gelungene Fotos und könnte sie ewig anstarren.
Deswegen ist ja auch mein Blog überhaupt erst entstanden - aus der Liebe und Lust am Fotografieren und der Bewunderung schöner Bilder. Daraus entstand dann die Begeisterung fürs Backen (Kochen immer noch nicht, da bin ich schlecht :D) und fürs Bloggen - und beides will ich gar nicht mehr missen.


Manchmal überkommt einen aber natürlich die Unlust oder die Wut, die Enttäuschung und die Frustration, wenn etwas nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat oder wenn der Mürbeteig mitsamt der Form auf den Boden gefallen ist (nicht, dass es mir schon passiert wäre). Oder wenn der Kuchen absolut besch... eiden aussieht, sich absolut nicht ansprechend fotografieren lässt oder das Licht einfach nur ungünstig ist.

Aber manchmal - da klappt es! Manchmal haut einfach alles hin und nicht nur der Kuchen schmeckt spitzenmäßig, auch die Fotos sind gelungen! Ich finde, dieses Mal ist es so und ich bin stolz, euch die Blutorangen-Baiser-Tarte zu präsentieren.
Ich jedenfalls bin verliebt. :)


Zutaten:

Für den Mürbeteig:
300g Mehl
150g kalte Butter
1 Prise Salz
1 EL Zucker
5 EL kaltes Wasser

Für den Blutorangen-Curd
360 ml Wasser
100 g Zucker
35 g Speisestärke
1 Prise Salz
Abgeriebene Schale von 2 Blutorangen
Saft von 2 Blutorangen
2 EL Butter
4 Eigelbe

Für den Baiser
4 Eiweiße
6 EL Puderzucker

Zubereitung:

1) Mürbteig:
• Das Mehl mit dem Salz und dem Zucker vermischen, dann die kalte, in Stücke geschnitte Butter hinzugeben. Mit den Händen verkneten, bis gleichmäßige Krümel entstanden sind.
• Dann das Wasser hinzugeben und so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist.
• Diesen zur Kugel formen und in Frischhaltefolie eingepackt für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
• Eine Tarteform (mit herausnehmbarem Boden) einfetten. Den Teig entweder ausrollen und die Tarteform auskleiden oder mit den Fingern den Teig gleichmäßig in die Form streichen. Mit einer Gabel einstechen.
• Alufolie darauf legen und mit Bohnen oder Reis beschweren.
• Im auf 175°C vorgeheizten Ofen für 10 Minuten blindbacken. Dann Folie und Bohnen entfenren und noch mal 15 Minuten backen.

2) Blutorangen-Curd
• Wasser, Zucker, Speisestärke, Salz, abgeriebene Blutorangenschale, Blutorgangensaft (ich hatte relativ kleine Orangen, wenn ihr Große habt, gebt einfach etwas mehr Speisestärke hinzu) in einen Topf geben und unter ständigem Rühren aufkochen lassen, bis es blubbert.
• Jetzt die Butter hinzugeben und schmelzen lassen.
• Die vier Eigelbe in einer seperaten Schüssel vermischen, dann temperieren, indem ihr langsam ein wenig der Curd-Masse unter Rühren zu den Eigelben gebt. Dann könnt ihr die Eimasse ohne Bedenken zu der restlichen Curd-Masse geben.
• Für eine weitere Minute erhitzen und gut vermischen.
• Dann ca. 10 Minuten abkühlen lassen und immer wieder Rühren, damit sich keine Haut bildet.

3) Baiser
• Die Eiweiße in einer Schüssel schaumig schlagen.
• Dann den Zucker hinzugeben und warten, bis das Eiweiß schön steif ist.

4) Fertigstellen
• Das Blutorangen-Curd in den gebackenen Boden geben.
• Die Baisermasse darauf verteilen (ihr könnte auch gerne einen Spritzbeutel benutzen und dekorative Muster spritzen, ich habe einen Teigschaber benutzt).
• Jetzt bei 175 °C erneut für 15-20 Minuten backen, bis die Baiserhaube hellbraun ist.
• Vor dem Anschneiden gut abkühlen lassen!


Ich weiß, das sieht nach viel Text und dementsprechend aufwendig aus. Aber ich kann euch versichern, dass es gar nicht kompliziert und auch nicht besonders zeitintensiv ist. Es geht schneller und einfacher, als man denkt und vor allem als es am Ende aussieht. :)
Und diesen Kontrast aus dem buttrigen Boden, dem pinken Curd und dem weißen Baiser finde ich wirklich toll - nicht nur geschmacklich ist die Tarte der Hammer! :D
Wer keine Blutorangen findet, kann selbstverständlich auch problemlos normale Orangen, Zitronen oder sogar Limetten benutzen.



An sich ist die Tarte natürlich eher sommerlich, frisch und süß, aber draußen herrscht schon seit Tagen Frühlingswetter, die Krokusse sprießen aus der Erde und der Himmel ist von diesem speziellen strahlenden Blau, das es nur im Frühling gibt. Deswegen kann man jetzt auch wunderbar eine sommerliche Tarte genießen und dabei vom kommenden Sommer träumen (und noch dazu haben Blutorangen ja gerade Saison :)).

Die restlichen hübschen Shooting-Models wurden zu einem frisch gepressten Orangensaft verarbeitet - und der schmeckt nochmal einen Ticken besser, als normaler O-Saft. Zum Reinlegen. :)

Ich wünsche euch ein frühlingshaftes Wochenende mit viel Sonnenschein,

eure Selina 

Freitag, 14. Februar 2014

Macarons mit Karamell- und Nougat-Füllung

Isch lübbe Macarons.
Deswegen habe ich mir zu Weihnachten (lang ist's her) einen Macarons-Backkurs gewünscht. Der fand vor einer Woche dann endlich statt und ich war ganz aufgeregt, weil ich mir sicher war, mich danach Macaron-Königin nennen zu dürfen und mich nie wieder vor einem Blech mit einer zusammengewachsenen, aufgeplatzten Macaronmasse wieder zu finden.
Der Kurs war dann allerdings anders, als ich erwartet hatte, denn im Grunde haben wir Teilnehmer nur sechs Rezepte für verschiedene Füllungen gelernt und der "Vorbäckerin" dabei zugeschaut, wie sie die Macaronmasse zusammen mischt. Supi.
Ich will allerdings nicht sagen, dass ich nichts gelernt habe - ein paar Tipps und Tricks konnte sie uns durchaus mit auf den Weg geben, die mir zum Teil neu waren.

Mit diesem neuen Wissen hab ich mich noch mal daran probiert und tatsächlich hat gleich der erste Versuch hingehauen!
Zum Test habe ich dann gleich noch eine zweite Portion gebacken und auch die hat wunderbar geklappt. :)

Vor längerer Zeit habe ich ja schon mal Macarons gebacken und von meinen Erfahrungen berichtet - dieser Post hier ist nun also sozusagen ein Macarons Reloaded mit allen Tricks, die ich neu dazu gelernt habe und einem überarbeiteten Rezept. Hier sieht ihr jetzt alle Weisheiten vereint. :) 
Wenn ihr sie nachbackt, haltet euch genau an die Anweisungen und an alle Einzelheiten. Macarons sind so empfindlich, dass ihnen schon der kleinste Fehler sehr schadet.
Achja, mitgebracht habe ich euch auch noch zwei wahnsinnig leckere Füllungen! Nomnomnom.


Zutaten:
für 50-60 Hälften

70 g Eiweiß
90 g gemahlene Mandeln (vorzugsweise von blanchierten Mandeln)
150 g Puderzucker
20 g Zucker
Wichtig ist, dass ihr euch genau an die Angaben haltet!

Zubereitung:

• Puderzucker sieben. Dann Mandelmehl sieben (Die grobsten Stückchen, die nicht durch das Sieb gehen, nicht verwenden) und mit dem Puderzucker vermischen.
• Das Eiweiß in einer sauberen Schüssel schlagen (die Schüssel vorher mit einer Zitrone ausreiben, damit etliche Fettrückstände entfernt werden). Wenn das Eiweiß schaumig wird, die Hälfte des Zuckers hinzugeben. An dieser Stelle auch die Lebensmittelfarbe hinzugeben. Nur Pasten oder Pulverfarben verwenden!
• Wenn das Eiweiß  fast steif ist, den restlichen Zucker hinzugeben und weiter schlagen bis es sehr steif ist.
• Nun die Mandelmehl-Puderzucker-Mischung in 3 Etappen hinzugeben. Mit einem Teigschaber "herumschieben" und "herumdrehen", sehr langsam und geduldig, damit nicht zu viel Luft entweicht. Es wird euch so vorkommen, als würde gar nichts passieren; auch hier Geduld bewahren und sanft weitermachen.
• Wenn alles gut vermischt ist, die Masse so lange mit dem Teigschaber rühren, bis alle Luftblasen verschwunden sind und die Masse nicht "reißt", wenn ihr den Spatel herausnehmt, sondern fließt - der Teig darf weder zu flüssig, noch zu fest sein.
• Den Ofen auf 150 °C Umluft vorheizen.
• Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes kaltes (!) Backblech spritzen. Hier ist es am besten, wenn ihr den Spritzbeutel senkrecht haltet und den Beutel während dem Spitzen einige Millimeter über den Backpapier haltet und nicht bewegt. Zwischen den Macarons Platz lassen.
• Jetzt das Backblech mehrmals energisch auf eine Oberfläche klopfen, sodass alle restlichen Luftbläschen verschwinden.
• Die Macarons 20 Minuten unbedeckt ruhen lassen.
• Dann auf der mittleren Schiene für 15 Minuten backen.
• Sobald sie aus dem Ofen kommen, mitsamt Backpapier vom Blech ziehen und gut abkühlen lassen. Dann vorsichtig vom Backpapier entfernen.

Karamell-Füllung
Zutaten:
120 g Zucker
40 g Butter
140 g Creme Fraiche

Zubereitung:
• Zucker und Butter in einen Topf geben und schmelzen.
• Ständig rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt, bis alles von einem mitteldunklen Braun ist (siehe linkes Bild oben, linker Macaron)
• Vom Herd nehmen und die Creme Fraiche einrühren. Achtung, es sprudelt und spritzt, geht also einen Schritt zurück.
• Gut verrühren. Dann gut abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren (dauert mehrere Stunden).

Nougat-Füllung mit weißer Schokolade
Zutaten:
100 g Nougat
50 g weiße Kuvertüre
40 g Butter

Zubereitung:
• Nougat und weiße Schokolade über dem Wasserbad schmelzen.
• Die Butter einrühren.
• Gut abkühlen lassen. Vorm Verwenden gegebenenfalls noch ein mal aufschlagen, weil die Masse etwas fest wird.

Im Endeffekt ist es aber egal, wie die Macarons aussehen - ob die Füßchen platt oder die Oberflächen eingerissen sind. Sie schmecken so oder so wirklich toll. Wenn man den Dreh mal raushat, seinen Ofen gut kennt (wenn sich die Füße z.B. zwar gebildet, aber nach außen entwickelt haben, sollte man den Ofen beim nächsten Mal ein klein wenig heißer drehen) und sehr viel Geduld beim Unterheben hat, dann steht dem perfekten Macaron nichts mehr im Wege. Außerdem ist es immer besser, die Macarons etwas kleiner als zu groß zu machen - meine sind ein wenig zu groß geraten, haben aber zum Glück trotzdem geklappt.
Ach ja, was mich auch geärgert hat: Ich wollte, dass die Macarons von einem richtig knalligen Pink sind. Die originale Farbe seht ihr auf dem Bild mit dem angeknabberten Macaron. Vielleicht sollte ich sie das nächste Mal nicht so lange im Ofen lassen? Denn Bräunen sollen sie eigentlich nicht.

Ich bin übrigens schweeer verliebt in die Karamell-Füllung und könnte sie einfach nur pur löffeln. Aber auch das Nougat schmeckt köstlichst.
Jetzt bin ich ziemlich im Macaron-Fieber und hätte Lust, schon wieder die nächste Fuhre zu backen. Ich habe so viele Ideen! :)

Alles Liebe und ein karamelliges Wochenende euch allen,
eure Selina