Sonntag, 15. Oktober 2017

Kürbis-Käsekuchen mit Zimtstreuseln // gluten- & zuckerfrei


Endlich ist meine Lieblingsjahreszeit wieder da und mit ihr kam eine unbändige Lust, zu backen. Während es mir im Sommer viel zu warm ist, um mich in die Küche zu stellen und ich mit Him- und Heidelbeeren meinen Süßes-Jieper stillte, inspirieren mich Kürbis, Maronen und Co. jetzt endlich wieder den Schneebesen zu schwingen und den Ofen anzuheizen.
Den Anfang macht heute dieser cremig-süße Kürbis-Käsekuchen mit knusprigen Zimtstreuseln. Der ist zwar nicht vegan, dafür allerdings glutenfrei und wer mag auch zuckerfrei.

Still war es hier auf dem Blog übrigens wegen diesen zwei Begriffen: glutenfrei und zuckerfrei. Nachdem ich schon mein Leben lang Probleme mit der Haut habe, wurde jetzt endlich (nach dem dröflten Hautarztbesuch) festgestellt, dass ich eine Form der Rosacea habe. Fast alle Ärzte schmetterten meine Frage danach, ob es auch an der Ernährung liegen könne ab. Irgendwann war es mir allerdings zu dumm: Ich fing an, selbst auszuprobieren was meiner Haut gut tat und was passierte, wenn ich bestimmte Lebensmittel aß. Entsprechend habe ich - wie auch schon im letzten Post erwähnt - meine Ernährung umgestellt und verzichte seit mehreren Monaten komplett auf raffinierten Zucker sowie Weißmehl. Seither hat sich meine Haut drastisch verbessert.


Doch wie vereinbart man so etwas mit einem Backblog? Auf dem sich alles um Zucker, Mehl und Butter dreht? Ich bin ganz ehrlich: Mir widerstrebte es zunächst sehr, mich mit all den anderen auf die "Healthy"-Schiene zu begeben, da dies teilweise schlichtweg zu einem Trend geworden zu sein scheint. Aber mir fehlte das Backen, das Bloggen, das Schreiben und das Fotos machen. Ich wollte den Blog wieder aktiv betreiben und ohne schlechtes Gewissen oder Reue leckeren Kuchen essen.
Nachdem ich also lange Zeit hin und her überlegt habe, habe ich endlich einen Entschluss gefasst: Dieser Blog liegt mir am Herzen und er spiegelt mich wieder, schon seit ich ihn begonnen habe. Wenn also die Person, die dahinter steht, sich verändert hat - dann muss es der Blog auch tun.


Was ich damit sagen möchte: Ich mache jetzt keinen auf "healthy" und "raw" und "vegan", sondern backe und poste das, was mir gefällt und vor allem das, was ich selbst auch essen kann! Ich folge damit keinem Trend, ich folge dem, was mein Körper mir sagt - was er essen möchte und was ihm nicht gut tut. Und daher gibt es hier nun das erste Rezept aus dieser neuen Richtung:
Kürbis-Käsekuchen mit Zimtstreuseln in gluten- und zuckerfrei!



Zutaten

Boden & Streusel:
200 g Mandeln, gemahlen
40 g Reismehl
50 g Xylith
50 g Haferflocken
1 TL Zimt
1 TL Vanille, gemahlen
50 g Butter, kalt

Käsekuchen:
450 g Frischkäse, doppelrahmstufe, zimmerwarm
100 g Xylith
2 Eier
1 TL Vanilleextrakt
140 g Kürbispüree*
1/2 TL Zimt

Zubereitung

1. Den Ofen auf 175 °C vorheizen.
2. Für den Boden und die Streusel alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen.
3. Die kalte Butter in Stücke schneiden und mit den Fingern in die trockenen Zutaten einarbeiten. Kalt stellen.
4. Für den Käsekuchen den Frischkäse mit dem Xylith cremig rühren.
5. Die Eier einzeln hinzugeben, dazwischen stets gut verrühren. Den Vanilleextrakt ebenfalls einrühren.
6. Zuletzt das Kürbispüree und den Zimt untermischen.
7. Eine eckige (Brownie-)Form fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.
8. Die Hälfte der Streuselmasse als Boden in der Form andrücken.
9. Die Käsemasse darauf geben und glatt streichen, darauf die andere Hälfte der Streuselmasse gleichmäßig verteilen.
10. Für 45-50 Minuten im heißen Ofen backen, anschließend vollständig erst bei Zimmertemperatur, dann im Kühlschrank auskühlen lassen.

*Kürbispüree könnt ihr ganz einfach selbst machen, indem ihr den Kürbis wascht, halbiert, entkernt und mit den geschnittenen Flächen nach unten auf ein Backblech legt - dann bei 175°C für 35-40 Minuten backen oder bis er weich ist!



Für alle die Käsekuchen lieben, ist dieser Kuchen genau richtig! Er ist wunderbar cremig und weich, zimtig und herbstlich und die knusprigen Streusel machen das Geschmackserlebnis komplett. Dadurch, dass Boden und Streusel aus dem selben Teig gemacht werden, ist der Kuchen dazu in null komma nichts angerührt - dann gilt es nur noch, sich zu gedulden, bis er abgekühlt ist. Ich jedenfalls bin einfach nur zufrieden und gönne mir nun noch ein Stückchen davon - ganz ohne Reue und schlechtes Gewissen!



Eure Selina (die einfach glücklich ist, dass sie endlich wieder bloggen kann!)

Macht's gut und habt eine schöne Zeit :)

Donnerstag, 8. Juni 2017

Holunderblüten-Eis mit Erdbeerswirl und Vanille


Als ich letzten Freitagmorgen meine Bachelor-Arbeit abgeben habe, konnte ich es gar nicht wirklich fassen. Auch später am See oder am Tag danach auf Heimaturlaub bei meinen Eltern fühlte es sich immer noch nicht real an. Heute, fast eine Woche später, tröpfelt langsam die Erkenntnis in meinen Kopf, dass ich tatsächlich FERTIG bin! Klar, es fehlt noch die mündliche Prüfung am Ende des Sommers aber der große Klops, die Bachelor-Arbeit, ist geschafft.
Um ehrlich zu sein habe ich nie gedacht, dass ich das packen würde. Nicht, dass ich überhaupt kein Selbstvertrauen habe, aber irgendwie konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass ich eines Tages an meinem Schreibtisch sitze, den letzten Buchstaben tippe, ein letztes Mal die Quellenangaben kontrolliere und dann ein letztes Mal auf speichern drücke. Als es dann soweit war fühlte es sich an wie in einem Traum und als ich schließlich das gute Stück, gedruckt und gebunden, abgegeben habe, ließen wir, damit ich daraus aufwache, erstmal die Korken knallen!


Und genau die lasse ich jetzt noch mal knallen, denn - wie ihr gemerkt habt - ich bin ZURÜCK!
Der Blog, meine Küche, mein Backofen, die Eismaschine, mein Fotoapparat, meine Tageslichtlampe - sie alle sind endlich wieder Teil meines Lebens! Ich muss nicht mehr Kichererbsensuppe aus der Dose essen (auch wenn die echt lecker ist) und kann endlich wieder experimentieren, Kuchen mit tausenderlei Früchten backen und mich beim Fotos machen austoben. Ich hab's wirklich vermisst!


Während meiner Bachelor-Phase und wahrscheinlich bedingt durch den Stress hat meine Haut ziemlich verrückt gespielt. Diverse Dermatologen konnten mir nicht sagen, was das Problem ist, also habe ich in Eigenregie mal verschiedene Lebensmittel weggelassen. Die ausgeprägteste Veränderung stellte sich ein, als ich Zucker weggelassen habe - und zwar komplett! Das war wirklich eine Herausforderung (vor allem weil wirklich überall Zucker zugesetzt ist) und nach einiger Zeit habe ich gute oder weniger gute Ersatzsüßungsmittel ausprobiert - und Xylith für mich entdeckt. Abgesehen davon bin ich vor allem Fan von Datteln und Bananen geworden.
Aus diesem Grund habe ich dieses Eis auch mit Xylith zubereitet aber ihr könnte natürlich ganz problemlos normalen Zucker verwenden.
Denn egal wie: Dieses Eis ist ein echter Kracher!!


Wenn bei euch noch Holunder blüht dann nichts wie an die Sträucher und Büsche und geerntet - und dann nehmt ihr euch am besten gleich eine ausreichend große Schüssel um das Eis zu schnabulieren, so wie ich. Ehrlich, das Zusammenspiel aus dem blumigen Holunder-Geschmack und fruchtig-süßen Erdbeeren ist einfach der Wahnsinn. Aber bevor ihr jetzt in meinem Schreibmonsun untergeht gebe ich euch endlich das Rezept!
 

Holunderblüten-Eis mit Erdbeerswirl und Vanille

Zutaten
600 ml Vollmilch
450 ml Sahne 
160 g Zucker (ich habe Xylith genommen)
1 Prise Salz
100 g frische Holunderblüten (nicht waschen)
1 Vanilleschote
2 EL Speisestärke
80 g Frischkäse

100 g Erdbeeren

Zubereitung
- In einem großen Topf Vollmilch, Sahne, Zucker und Salz verrühren und erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Holunderblüten hinein geben und für ca. 5 Minuten köcheln lassen.
- Vollständig abkühlen lassen und für einige Stunden, am besten über Nacht, ziehen lassen.
- Die Mischung durch ein Sieb geben und 5 EL davon mit der Speisestärke vermischen. Die Vanilleschote auskratzen und zusammen mit dem Rest erneut aufkochen und dann unter Rühren die Speisestärkemischung einrühren, bis die Milchmischung im Topf andickt. Die Schote entnehmen.
- Auf Kühlschranktemperatur abkühlen lassen und schließlich in die Eismaschine oder in eine Form, die für den Gefrierschrank geeignet ist, geben.
- Ohne Eismaschine entnehmt ihr einfach alle 20 Minuten die Form und mischt alles mit einer Gabel gut durch, bis das Eis gefroren ist.
- Bevor es jedoch ganz gefroren ist, püriert ihr die Erdbeeren, gebt das Püree auf das Eis und mischt es leicht unter.



Eure Selina